Einst fliegt eine Schneeflocke auserkoren,
Aus des Wolke nassen Poren.
Die Schneeflocke ist nicht mehr weit oben,
Und landet nun auf nassem Boden.
Verzweifelt schmilzt sie nun hinfort,
An einen weit entfernten Ort.
Dunkelheit drei Tage lang,
Ihr ist inzwischen Angst und Bang.
Ins Meer und danach hoch hinauf,
Der Dampf sie zur Wolke trägt hinauf.
Schließlich fliegt sie wieder als Schneeflocke
Durch die Luft,
Um zahllose Kinder zu erfreuen!
Leo Gartenstadt (11)






Diesen Sommer habe ich die Beobachtung gemacht, dass die Blüten im Garten immer genau an den Stellen wachsen, wo zu bestimmten Momenten des Tages intensives Sonnenlicht durch das Blätterdach der Bäume scheint. Besonders an der Fliederblüte kann man es sehen; sie strahlt aus dem Schatten heraus, als hätte sie ein Eigenleuchten.
Hör‘ ich da den Frühling?
Als ich begann die Verlorene Zeit zu suchen und im ersten Band, Unterwegs zu Swann, in die Beschreibung einer französischen Landschaft eintauchte, hatte ich plötzlich die Seerosenbilder von Claude Monet in ihrer schillernden Klarheit vor Augen. Es berührte mich sehr, als ich im Anhang las, dass sich Marcel Proust genau an dieser Stelle (Seite 248, Taschenbuchausgabe Suhrkamp) tatsächlich auf Monets Nymphéas bezieht, die ich 2004 in der Neuen Nationalgalerie in Berlin gesehen habe.