Herzchengrüße und Eselohren

Ich habe ja jetzt auch eine Autorenseite bei LovelyBooks.de! Das ist DIE Plattform im Netz für Leser, Autoren und alle, die was mit Büchern machen. Und da dachte ich, schau ich doch mal rein und starte eine Leserunde zu »Flying Fish & Fado«.

Nachdem ich meine eigene Bibliothek – also virtuell – angelegt und meine einzigen zwei bisherigen Rezensionen eingepflegt hatte, dauerte es nicht lange, und mir wurde von anderen Aufmerksamkeit zuteil, denn ich bekam dafür Herzchen geschenkt und erhielt eine kleine Textnachricht für meine Gedanken zu Paul Austers 4321. Und dann hatte ich plötzlich Herzchengrüße auf meiner Pinnwand, weil ich ein Buch besitze, das jemand anderes auch schon hat. Und dann hatte ich einen sehr netten Austausch Weiterlesen

Janson von Nicholas (Miklós) Kis

Beide Bücher, die ich kürzlich hier vorgestellt habe, CITY ON FIRE von Garth Risk Hallberg (amerikanisches Taschenbuch, Verlag Vintage) und 4321 von Paul Auster (gebundene deutsche Ausgabe, Verlag Rowohlt) verwenden zufällig die gleiche Schrift. Es ist die Janson. Diese Schrift, die bis heute in verschiedenen Varianten Verwendung findet, wurde nach Anton Janson (1620-1687), einem niederländischen Stempelschneider und Schriftgießer benannt, der 1659 eine eigene Schriftgießerei in Leipzig gründete, die 30 Jahre bestand haben sollte.

Tatsächlich aber wurde diese Schrift von Nicholas (Miklós) Kis (1650-1702) geschnitten, Weiterlesen

4321…meins!

Wenn Bücher mit Büchern sprechen… ist eine dieser speziellen Wahrnehmungen des Archibald Ferguson, die mir so gut gefallen haben. Bücher unterhalten sich in seinem Kopf mit Büchern. Er hat diese Empfindung zum ersten Mal beim Lesen der ersten Seite von »Der Fänger im Roggen« von J. D. Salinger. Allerdings kann ich nun nicht mehr sagen, welcher der vier Fergusons darüber nachgedacht hat, denn ich habe es leider vergessen. Und kann es auch nichtmehr nachschlagen. Es wäre purer Zufall, wenn ich genau diese Stelle zwischen all den Seiten wiederfinden würde.

Beim Lesen von Paul Austers Opus magnum, von dem er sagt, er habe sein ganzes Leben darauf gewartet, dieses Buch zu schreiben, Weiterlesen

ZEIT ONLINE

ZEIT ONLINE, 2. Februar 2017
Die Seele ist ein Schmetterling

Ist im Leben alles durch den Charakter vorherbestimmt, oder waltet in allem nur der Zufall? In seinem großen Roman „4 3 2 1“ versucht Paul Auster die Frage experimentell zu beantworten, indem er vier verschiedene Biografien von Archie Ferguson erzählt.

Denn eigentümlicherweise hat man es bei Archie trotz der unterschiedlichen Ausfaltungen seiner Anlagen immer – jetzt wird’s metaphysisch – mit ein und derselben Seele zu tun.

von Adam Soboczynski

Flying Fish & Fado, Textauszug, S. 178

Er legte sich wieder hin und löschte das Licht. Noch lange lag er wach und wälzte sich von einer Seite zur anderen. Ein Angstgefühl kam langsam, wie auf Zehenspitzen durch den Raum getippelt und setzte sich schwer zu ihm aufs Bett. Vielleicht war es der Oktopus, der wie Blei in seinem Magen lag, oder es waren seine Gedanken an Lucardo, die ihn schon wieder bedrückten.

Eins dieser Fragmente aus dem Buch fiel ihm wieder ein, an das er immer dachte, wenn er nicht einschlafen konnte: Weiterlesen